Eigene Fotos verkaufen - Tipps und Hinweise zum erfolgreichen Einstieg in die Online-Vermarktung der eigenen Bilder

Als Robert Doisneau arbeitslos wurde, hatte er viel Zeit. Diese verbrachte er meist in diversen Straßencafes der französischen Hauptstadt. Nicht ohne seinen Fotoapparat immer mit dabei zu haben - und natürlich auch oft zu fotografieren. Die entstandene Serie bot er unter dem Titel "Straßenszenen in Paris" einer Agentur an - und erzielte mit einem Bild einem sensationellen Erfolg. Allerdings erst 26 Jahre später - die Zweitveröffentlichung 1986 ließ das Bild "Baiser de l'Hôtel de Ville", auch bekannt als "Der Kuss" zum Bestseller einer ganzen Generation werden.

Interessant an Doisneau, dem "Flaneur" unter den Fotografen, ist seine Arbeitsweise und die viel diskutierte Entstehungsgeschichte des Bildes.

Nicht weniger wichtig ist aber die Frage: Wie schaffe ich es, meine Bilder gewinnbringend zu vermarkten ?

Zum Glück muss man nicht mehr in einer Hauptstadt wohnen, um der Agentur die Bilder persönlich anbieten zu können. Die aufwendige Dunkelkammerarbeit ist auf bequeme Abläufe am Computer geschrumpft. Selbst semiprofessionelle Kameras halten heutzutage mit den Anforderungen hinsichtlich Bildqualität und - auflösung mit.

Vor dem Verkauf der Bilder liegt nur noch eine - rechtliche - Hürde. Das Urheberrecht am eigenen Bild haben Sie schon in dem Moment, wo Sie den Auslöser gedrückt haben. Das Urheberrecht ist auch die Grundvorraussetzung zum Geld verdienen.

Keine Problem gibt es bei Objekten oder Landschaften - die große Schwierigkeit ist die Abbildung von Personen. Hier gilt unbedingt: Zur Vermarktung ist ein "model release" zwingend erforderlich ! Mit model release wird ein Vertrag bezeichnet, der die Geschäftsbeziehung zwischen Fotograf und der abgebildeten Person regelt. Einen Mustervertrag können Sie hier downloaden. Zusätzlich gelten abweichende Regeln für sog. "Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses" und für Bilder, bei denen Personen eindeutig als Gruppe und nicht als Einzelperson erkennbar sind.

Eine weitere Besonderheit besteht bei bestimmten Gebäuden und Bereichen. Dort gilt, sich im Zweifelsfall vorher zu informieren, ob die Fotoerlaubnis des Zoos auch die gewerbliche Nutzung einschließt. Mutige können nach dem Stichwort "location release" googlen. Ebenso Vorsicht bei Logos und eindeutigen Marken...

Nun haben Sie die Bilder und auch die rechtliche Seite geklärt. Es kann also losgehen ! Nun wird in den seltensten Fällen ein Verlag schon im Vorfeld auf Sie aufmerksam geworden sein. Dafür bietet das Internetzeitalter für beide - Verlag und Fotografen - einen guten Weg, um über diverse Agenturen miteinander ins Geschäft zu kommen.

Für den Start empfiehlt sich Fotalia.de. Der Dienst ist komplett deutsch, mit einem einfachen Geschäftsmodell, und mit einem interessanten Online-Kurs, den man am Anfang bestehen muss, um Bilder anbieten zu können. Selbst wenn man nach stärker international tätigen Agenturen strebt, sollte man diesen kleinen Kurs mitmachen. Rechtssicherheit ist wichtig !

Fotolia.de

Richtig interessant ist auch der Bereich der verkauften Bilder. Hier sieht man sehr schön, was gefragt ist und bezahlt wird. Oft eben eher banale Objekte oder Situationen, aufwendige Photoshop-Collagen so gut wie nie.

Warum ? Weil die Bilder ein Produkt oder eine Kampagne unterstützen sollen. Da wirkt ein eigenständiges Kunstwerk deplaciert. Deshalb ist es so wichtig, sich mal die (von anderen) verkauften Bilder vom Motiv und der Umsetzung her anzusehen.

Ein wirklich äußerst interessantes Feature bietet der Bilderdienst Panthermedia. Neben den üblichen Funktionen, wie Forum und Community mit Wettbewerben, kann man bei Panthermedia auf Wunsch mails zu Auftragsbildern erhalten ! Dabei geht es dann sehr konkret um die beste Umsetzung und die Chance, Bilder zu verkaufen, ist ungleich höher ! Ein zweiter Punkt spricht außerdem noch für Panthermedia: Die Nutzung / der Download der Bild läuft über ein Abo-Modell, d. h. die Nutzer können je nach Kategorie eine ganze Menge Bilder herunterladen. Das führt für den Fotografen dann deutlich eher mal zum ersten Verkauf. Und so etwas motiviert ganz ungemein !

Nicht zuletzt wird bei einem solchen Abo-Modell auch ganz allgemein mehr gekauft...

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